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Prof. Dr. Michael Ewers MPH

Deutschsprachige Version des multiprofessionellen Mustercurriculums Patientensicherheit der WHO

Der Charité – Universitätsmedizin Berlin wurden von der Weltgesundheitsorganisation die Rechte für die Herausgeberschaft einer deutschsprachigen Version des erfolgreichen „WHO Patient Safety Guide – Multiprofessional Edition“ übertragen. Obwohl die Handreichung neben der englischen Originalversion auch in zahlreiche andere Sprachen übersetzt wurde, fehlte eine deutsch-sprachige Version. Mit dem Curriculum macht sich die WHO seit Jahren dafür stark, das Thema Patientensicherheit in die Aus- und Weiterbildung der Gesundheits- und Sozialprofessionen zu integrieren. Angehende Ärzt*innen, Pfleger*innen, Apotheker*innen sowie zahlreiche andere sollen für ihre Möglichkeiten zur Verbesserung der Patientensicherheit in den diversen Settings der Gesundheitsversorgung sensibilisiert und mit entsprechenden Kompetenzen zum sicheren Arbeiten ausgestattet werden. Das Curriculum enthält neben konkreten Tipps für die Lehre auch zahlreiche Fallbeispiele und ergänzende Hinweise zum Umgang mit dem Thema in der Bildungsarbeit.

Die Erstellung der deutschsprachigen Ausgabe erfolgte durch ein Team des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft in enger Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit in Deutschland, der Plattform Patientensicherheit in Österreich sowie der Stiftung Patientensicherheit Schweiz. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung der Robert Bosch Stiftung.

Die Charité und ihre Partner verbinden mit der Veröffentlichung der deutschsprachigen Version des Mustercurriculums die Hoffnung, dass damit die Kompetenzentwicklung zum Thema Patientensicherheit in den deutschsprachigen Ländern angeregt und zugleich das interprofessionelle Lernen, Lehren und Arbeiten gefördert wird.

Das Dokument kann von der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation kostenlos heruntergeladen werden.

 

Fakultätsrat beschließt Einführung eines Bachelor Pflege an der Charité - Universitätsmedizin Berlin

Es hat eine Weile gedauert die notwendige Überzeugungsarbeit zu leisten. Bereits 2016 hat sich der Fakultätsrat der Charité - Universitätsmedizin Berlin mit der Frage der Einrichtung eines Pflegestudiengangs an der Medizinischen Fakultät befasst - damals auf Grundlage eines vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft erarbeiteten Konzeptpapiers. Nachdem die Einrichtung dieses Studienangebots 2017 in den Hochschulvertrag der Charité mit dem Berliner Senat aufgenommen wurde, folgte nun der nächste wichtige Schritt:

Am Montag, den 09. April 2018 hat der Fakultätsrat mit großer Mehrheit die Einrichtung eines primärqualifizierenden Bachelor Pflege an der Charité – Universitätsmedizin Berlin auf Grundlage des neuen Pflegeberufegesetzes beschlossen. Mit diesem Beschluss wird neben dem Modellstudiengang Medizin, dem Studiengang Zahnmedizin und dem Bachelor Gesundheitswissenschaften für Pflege- und Therapieberufe ein weiterer grundständiger Studiengang an der Charité eingerichtet. Die Aufnahme des Lehrbetriebs in dem neuen Studiengang wird – vorbehaltlich der rechtzeitigen Verabschiedung der berufs- und hochschulrechtlichen Grundlagen – für das Wintersemester 2019/2020 angestrebt.

In den neuen Bachlorstudiengang sollen künftig 60 Studierende aufgenommen werden. Innerhalb von vier Jahren sollen sie dann - internationalen Vorbildern folgend – auf wissenschaftlicher Grundlage für anspruchsvolle klinische Aufgaben in der Versorgung von Menschen aller Altersgruppen und Lebenslagen in unterschiedlichen Settings (Krankenhaus, Pflegeheim, Ambulante Pflege, Gesundheitszentren etc.), für die Information, Beratung und Anleitung von Patienten und Angehörigen,für die Koordination und Steuerung von Versorgungsverläufen sowie die Supervision anderer in die Pflege und Versorgung eingebundener Personen (z.B. Pflegehilfskräfte) qualifiziert werden.

Das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft wurde mit der Steuerung und Implementierung des Studiengangs beauftragt. Es wurde eine Projektsteuerungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Fakultät (Prodekanat, IGPW, Studierende, Gleichstellungsbeauftragte), der Klinik (Pflegedirektion, Klinikdirektor) und der Senatsverwaltung Wissenschaft eingerichtet. Zudem ist vorgesehen, ein Arbeitsgremium zu etablieren (Studiengangskommission – StuKo), dem die Bearbeitung der konkreten Entwicklung und Implementierung auf Grundlage des vorliegenden Studiengangskonzepts obliegt. Darin werden weitere Kolleginnen und Kollegen (z.B. der Gesundheitsakademie, der voraussichtlich beteiligten Lehreinrichtungen, des Prodekanats etc.) eingebunden.   

 

Nationaler Aktionsplan HEALTH LITERACY für Deutschland veröffentlicht

Etwas mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung (54%) sind in ihrer Gesundheitskompetenz / Health Literacy eingeschränkt, noch stärker betroffen sind vulnerable Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise ältere Menschen oder Migranten. Ähnliche Probleme werden auch aus zahlreichen anderen Ländern berichtet, wie etwa den USA, Kanada, Australien, Schottland oder auch Österreich. Allerdings wurde dort das Thema bereits früher aufgegriffen und mit spezifischen Förderprogrammen beantwortet. Denen ging zumeist die Erstellung eines wissenschaftlich fundierten Aktionsplans voraus - ein Beispiel, dem nun Deutschland gefolgt ist.

Gefördert von der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit dem AOK Bundesverband hat eine Expertengruppe über ein Jahr lang intensiv beraten und im Rahmen einer Veranstaltung am 19. Februar 2018 in Berlin den Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz an den geschäftsführenen Bundesgesundheitsminister Gröhe übergeben. Die Veröffentlichung hat bereits ein großes Interesse in den Medien gefunden - nunmehr wird es darum gehen, die in dem Dokument enthaltenen Empfehlungen umzusetzen und die Gesundheitskompetenz in Deutschland in den verschiedenen Settings gezielt zu fördern.

Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz kann hier heruntergeladen werden. Nähere Informationen finden sich auch auf der Internetseite der Nationalen Koordinierungsstelle.

NAP

Weitere interessante Publikationen zum Thema:

Schaeffer, D./Vogt, D./Berens, E. M./Hurrelmann, K. (2016): Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland – Ergebnisbericht. Bielefeld: Universität Bielefeld. (PDF)

Schmidt-Kaehler, S./Vogt, D./Berens, E.M./Horn, A./Schaeffer, D. (2017): Gesundheitskompetenz: Verständlich informieren und beraten. Material- und Methodensammlung zur Verbraucher- und Patientenberatung für Zielgruppen mit geringer Gesundheitskompetenz. Bielefeld: Universität Bielefeld. (PDF)


VELA-Regio - Projekt zur Versorgung langzeitbeatmeter Patienten erfolgreich abgeschlossen

Von Juli 2015 bis Juni 2016 wurde am Institut für Gesundheits- und Pflegewisenschaft eine mehrteilige, vom AOK-Bundesverband geförderte Expertise zum Thema Versorgungsangebote für invasiv langzeitbeatmete Patienten unter regionalen Gesichtspunkten (VELA-Regio) erstellt. Dabei wurde zum einen nach dem aktuellen Stand der (inter-)nationalen Literatur zum Thema und damit auch nach identifizierbaren Ansätzen und Impulsen zur Versorgung dieser Patientengruppe gefragt. Zum anderen war von Interesse, welche speziellen Strukturen und Angebote für invasiv-langzeitbeatmete Patienten hierzulande entstanden sind, wie sie ausgestattet sind und womöglich auch, ob und wie sie bereits miteinander vernetzt sind. Schließlich wurde gefragt, wie sich diese Entwicklung aus Sicht ausgewählter Akteure derzeit darstellt, welche Erkenntnisse sie über die aktuelle Spezialversorgung für invasiv beamtete Patienten haben und welche Herausforde-rungen aus ihrer Sicht in diesem Feld derzeit zur Bewältigung anstehen. Das übergeordnete Ziel der forschungsgestützten Auseinandersetzung war es, (1) Empirische Erkenntnisse über den Bedarf und das Angebot an Spezialversorgung für in-vasiv langzeitbeatmete Patienten und ihrer Angehörigen zu gewinnen; (2) Versorgungswege zu identifizieren, auf denen die invasiv langzeitbeatmeten Patienten durch das Versorgungssystem und seine Instanzen geleitet werden und (3) vor dem Hintergrund des (inter-)nationalen Stands der Literatur Empfehlungen für die künftige Gestaltung und Steuerung dieses Versorgungsbereichs zu erarbeiten. Die Ergebnisse dieser Forschungsprojektes wurden zwischenzeitlich in Form von drei Working-Papern veröffentlicht:

VELA-Regio Teil 1: Kommentierte Bibliografie (WP 16-01)

VELA Regio Teil 2: Bedarf und Strukturen (WP 16-02)

VELA-Regio Teil 3: Strukturen und Prozesse aus Akteurssicht (WP 16-03)


© ecc Michael Ewers / Letzte Aktualisierung 12.10.2018 / Kontakt / Impressum

 
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